Fett macht fett – das sagt doch schon der Name!?

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Schon in den 80er Jahren hat man Fett pauschal verteufelt. Der Grund war einfach und nachvollziehbar. Denn arugementiert wurde hauptsächlich mit der hohen Kalorienmenge, die 1g Fett im Vergleich zu 1g Kohlenhydraten oder Eiweiß hat. Aber auch damit, dass eine fettreiche Ernährung (mit insbesondere gesättigten Fettsäuren) das Risiko für Herzerkrankungen signifikant erhöht. Das Ergebnis des Fettreduzierungswahns waren verschiedenste Low-Fat-Diäten, die eine starke Fettreduktion vorsahen, um die tägliche Kalorienzufuhr auf möglichst effizientem Weg zu verringern. Und obwohl die Mutter aller Low-Carb-Diäten (=kohlenhydratreduzierte Diäten) – die Atkins-Diät – bereits in den 70er Jahren bekannt war, dominierte bei Sachverständigen klar die Ansicht, dass Fette uns übergewichtig und krank machen.

Low-Fat vs. Low-Carb

Doch in den letzten Jahren wurden Low-Fat- und Low-Carb-Diäten in Studien immer wieder auf den Prüfstand gestellt und miteinander verglichen. Tatsächlich hat man hierbei herausgefunden, dass beide Diät-Formen in etwa gleiche Ergebnisse erzielen. Viel wichtiger als Diätergebnisse sind in meinen Augen allerdings die gesundheitlichen Vor- und Nachteile von Fett und Kohlenhydraten bzw. der Lebensmittel, in der wir diese zu uns nehmen. Doch bleiben wir beim Fett, denn einige wichtige Fakten über Kohlenhydrate konntet Ihr bereits in meiner Kategorie „Die süße Wahrheit – Kohlenhydrate und Zucker“ nachlesen.

Fett – was ist das eigentlich genau?

Bei den Fetten, die wir über die Nahrung zu uns nehmen, unterscheidet man grundsätzlich zwischen Triacylglycerinen, Phospholipiden, Sphingolipiden sowie Cholesterin und Cholesterinester. Die Triacylglycerine (auch Triglyceride gennannt) machen hierbei nicht nur den mengenmäßig größten Anteil (etwa 90 Prozent) an Nahrungslipiden aus, sie sind ebenfalls der bedeutendste Energiespeicher unseres Körpers.

Aus was bestehen Triglycerine?

Wie der Name schon ahnen lässt, setzen sich Triglycerine zum einen aus Glycerin und zum anderen aus drei Fettsäuren zusammen. Damit unser Körper diese Fette verwenden kann, werden sie in ihre Bestandteile zerlegt. Diese Zerlegung findet durch Enzyme (Lipasen) statt – und zwar entweder im Dünndarm oder in den Zellen, in denen die Triglycerine zuvor gespeichert worden sind. Denn die meisten Zellen unseres Körpers sind imstande diese Lipide zu speichern, wenn auch in eher geringem Maße. Eine Ausnahme stellen hierbei die Zellen des Fettgewebes dar, die auf die Speicherung von Triglycerinen spezialisiert sind und zu etwa 95 Prozent aus diesen Fetten bestehen.

Welche Funktionen haben Fette in unserem Körper?

Tatsächlich gibt es zahlreiche Gründe, wieso man auf den Verzehr von Fett nicht verzichten sollte. Zunächst einmal zählen Fette – auch Lipide genannt – zu den  Nährstoffen. Zu dieser Kategorie werden generell alle Stoffe gezählt, die der Körper für die Entwicklung (besonders bei Kindern) und die Aufrechterhaltung der Gesundheit benötigt. Um genau zu sein gehören Fette, neben Kohlenhydraten und Eiweiß, zu den sogenannten Makronährstoffen. Zu den Mikronährstoffen hingegen gehören Vitamine sowie Mineralstoffe, die sich wiederum in Mengen- und Spurenelemente aufteilen.

Fette erfüllen im Körper viele lebenswichtige Funktionen. Sie werden zur Herstellung bestimmter Hormone und der Zellmembran benötigt, sie haben eine Stützfunktion für innere Organe, helfen dem Körper bei der Aufnahme fettlöslicher Vitamine und dienen nicht zuletzt als Wärmeisolierung – vor allem bei einer Eiszeit wichtig ;).

Neben den genannten Funktionen sind Fette, genauso wie Kohlenhydrate und Proteine, aber auch wichtige Energielieferanten. Unter den Makronährstoffen haben Sie den höchsten Kaloriengehalt und Brennwert. Denn während Kohlenhydrate und Proteine etwa 4 Kilokalorien (und einen entsprechenden Brennwert von ca. 16 kJ) pro Gramm haben, sind es bei Fetten etwa 9 Kilokalorien (ca. 37 kJ) pro Gramm.

Unabhängig davon, wo die Triglycerine zerlegt werden, die freien Fettsäuren bahnen sich letztlich ihren Weg in die Kraftwerke der Zellen (Mitochondrien), in denen sie durch die sogenannte β-Oxidation zum Acetyl-Coenzym A abgebaut werden, das dann für die Energiegewinnung oder wiederum zum Aufbau energiereicher Verbindungen (z.B. Triglycerine, Cholesterin oder Ketonkörper) genutzt werden kann.

Wieviel Fett sollte ich zu mir nehmen?

Laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) sollte die Nährstoffzufuhr im Idealfall  zu ca. 30 Prozent aus Fett bestehen (hier findet Ihr die Website mit den individuellen Richtwerten), was durch die hohe Kalorienmenge pro Gramm in der Regel kein Problem ist. Das größere Problem liegt oft darin, dass die Art und Qualität der Fette nicht die ist, die eigentlich zu bevorzugen wäre – denn Fett ist nicht gleich Fett. Und hierbei kann man nicht nur die verschiedenen Lipidarten unterscheiden. Triacylglycerine zum Beispiel sind vielfältig aufgebaut, da es aufgrund der verschiedenen Fettsäuren viele Kombinationsmöglichkeiten gibt. So kommen letztlich auch die verschiedenen Arten von gesättigten und ungesättigen Fettsäuren zustande. Welche Unterschiede es zwischen diesen Fettsäurarten eigentlich gibt könnt Ihr übrigens in meinem Beitrag „Was für Fettsäuren gibt es eigentlich und wo liegen die Unterschiede?“ nachlesen.

 

Liebe Grüße und bleibt gesund,

Euer Claudio

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