Das Naturland-Siegel

Hallo und herzlich willkommen zum vierten Teil der Reihe „Alles Bio oder was?“!

In diesem Beitrag werden wir uns das Naturland-Siegel einmal genauer anschauen. Nett sieht es ja aus das Siegel…und „Natur“ hört sich zunächst auch irgendwie weitreichender an als „Bio“. Aber wir werden sehen.

Der Verband beschreibt seine Historie in Kurzform wie folgt:

„Naturland ist laufend in Bewegung. Öko? Machen wir seit 1982 regional und seit 1986 weltweit. Öko-Fisch? Treiben wir seit 1996 als Pionier voran. Sozial? Ist bei uns seit 2005 in den Richtlinien verankert. Öko & Fair? Haben wir 2010 als einziger Öko-Verband in einem Zeichen vereint – für Nord und Süd. So gehen wir neue Wege und bewegen zum Wandel. Damit die Zukunft gelingt.“

Das klingt schon einmal gut! Denn abgesehen vom organisch-biologischen Anbau, scheint sich Naturland auch international zu engagieren und soziale Aspekte zu berücksichtigen. In welchen Bereichen der Verband genau unterwegs ist könnt Ihr hier nachlesen. Die derzeitige Anzahl von Naturland-Betrieben konnte ich auf der Naturland-Website leider nicht finden. In einem Artikel auf bio-markt.info heißt es aber, dass im Februar 2016 bereits über 3.000 Betriebe zu der Gemeinschaft gehörten und sich seit 2015 ein besonders starkes Wachstum abzeichnet.

Wie steht Naturland im Vergleich zu EU-Öko-Verordnung und Bioland da?

Bei einem Vergleich von EU, Bioland- und Naturland-Richtlinien fällt schnell auf, dass Naturland und Bioland sehr ähnliche Richtlinien haben. Aus diesem Grund kann ich Euch in diesem Beitrag nur einige wenige Beispiele für Unterschiede zwischen diesen beiden Verbänden aufzeigen.

Soziale Standards:
Die sozialen Standards von Naturland orientieren sich wie die bei Bioland an gültigem Arbeitsrecht. Darüber hinaus können Naturland-Produkte aber auch nach den speziellen Naturland-Fair-Richtlinien hergestellt werden, um das entsprechende Logo zu erhalten.

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Kontrolle:
Die ökologische Wirtschaftsweise muss mit einem Hofschild nach außen offen kommuniziert werden. Dadurch ist eine zusätzliche „Sozialkontrolle“ (z. B. durch Nachbarn und Kunden) möglich.

Verarbeitung:
Das Bioland-Siegel darf verwendet werden, wenn 100 Prozent der Zutaten ökologischer Herkunft sind und davon 95 Prozent Bioland-zertifiziert sind, wobei die nicht-Bioland Zutaten gelistet sein müssen. Das Naturland-Siegel darf nur auf Produkte, die zu 100 Prozent aus Naturland-zertifizierten Zutaten bestehen. Allerdings dürfen bei nachweislicher Nicht-Verfügbarkeit von Naturland bzw. Öko-Zutaten konventionelle Zutaten genutzt werden.

Zusatzstoffe:
Naturland reduziert die Anzahl erlaubter Zusatzstoffe weiter von 23 (bei Bioland) auf 20. Allerdings ist Natriumnitrit nicht wie bei Bioland verboten, sondern in begrenzten Mengen und mit Einschränkungen erlaubt.

Tipp: Wenn Ihr mehr über die Unterschiede zwischen den EU- und Naturland-Richtlinien erfahren wollt, findet ihr auf naturland.de einen ausführlichen Vergleich der jeweils zugrunde liegenden Vorgaben. Einen Vergleich zwischen allen drei Siegeln bzw. deren Richtlinien könnt Ihr auf den Seiten des Umweltinstitut München e.V. finden.

Fazit

Die Unterschiede zwischen Bio- und Naturland sind in meinen Augen nicht signifikant. Allerdings ist Naturland international aktiver und scheint sich deshalb stärker mit sozialen Aspekten der Landwirtschaft zu beschäftigen. Zertifiziert wird dies mit dem Naturland-Fair-Siegel, das nach Angaben des Verbandes „[…] ökologischen Landbau, soziale Verantwortung und fairen Handel – regional und weltweit.“ vereint.

Liebe Grüße und bleibt gesund,

Euer Claudio

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