Das demeter-Siegel

Herzlich willkommen zum fünften und letzten Teil meiner Reihe „Alles Bio oder was?“. In diesem Beitrag werfen wir einen genaueren Blick auf das demeter-Siegel, das einen der Anbauverbände mit den strengsten Bio-Richtlinien repräsentiert.

Der Verband selbst schreibt über sich:

„Als Öko-Pionier seit 1924 nimmt der Verband Demeter die Qualitätsführerschaft im Bio-Bereich für sich in Anspruch. Das staatliche Bio-Siegel setzt nur das Mindestmaß fürs Öko-Essen. Demeter-Bauern und -Hersteller leisten mit der Biodynamischen Wirtschaftsweise erheblich mehr als die EU-Bio-Verordnung vorschreibt. Das kommt der Qualität der Lebensmittel ebenso zu Gute wie der Umwelt.“

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Hört sich nach einem großen Versprechen an. Doch schauen wir einmal genauer hin.

Wie sehen die wesentlichen demeter-Richtlinien für Betriebe aus?

Hier habe ich für Euch einige Beispiele der demeter-Richtlinien aufgeführt, welche das Siegel insbesondere vom EU-Biosiegel, teilweise aber auch vom Bio- und Naturland-Siegel abheben.

Kontrolle:
Wie beim EU-Bio-Siegel sowie dem Bio- und Naturland-Siegel werden die demeter-Betriebe mindestens einmal jährlich durch staatlich anerkannte, unabhängige Kontrollstellen geprüft. Doch zusätzlich müssen die Betriebe jährlich an Entwicklungsgesprächen und an verschiedenen Arbeitskreisen teilnehmen.

Verarbeitung:
Sehr interessant ist, dass demeter hier nicht so starke Vorgaben wie Bio- oder Naturland hat. Denn demeter-Produkte müssen „nur“ zu 90 Prozent aus demeter-zertifizierten Zutaten bestehen. Begründet ist dies vielleicht auch durch die hohen Standards, die eine stetige Verfügbarkeit von demeter-Zutaten erschweren. Doch wenn es um den Ersatz bei Nichtverfügbarkeit geht, ist demeter wieder strenger – es dürfen grundsätzlich nur ökologische und keine konventionellen Zutaten genutzt werden.

Pflanzenschutz- und Düngemittel:
Nur biologisch-dynamische Präparate aus Kräutern, Mineralien und Kuhmist kommen bei demeter zum Einsatz. Auf der Website des Verbandes heißt es:

demeter-richtlinien

Quelle: https://www.demeter.de/verbraucher/ueber-uns/was-ist-demeter/unterschied-von-bio-zu-demeter#tab3

Tierschutz:
Der demeter-Verband verbietet die Enthornung von Kälbern sowie die Haltung von enthornten Kälbern ausnahmslos. Bei EU-Öko-Verordnung sowie Bioland- und Naturland-Richtlinien ist dies nicht der Fall.

Zusatzstoffe:
Nur 13 absolut notwendige Zusatzstoffe sind in der Verarbeitung von demeter-Produkten erlaubt. Jodierung, Nitritpökelsalz und sogenannte natürliche Aromen sind verboten,  ausschließlich Aromaextrakte sind zugelassen.

Tierfutter:
Auch hier ist demeter konsequent.

unbenannt

Quelle: https://www.demeter.de/verbraucher/ueber-uns/was-ist-demeter/unterschied-von-bio-zu-demeter#tab2

Wenn Ihr euch die Richtlinien noch einmal im Detail anschauen wollt, findet Ihr auf der Website von demeter sowohl einen kurzen Vergleich mit dem EU-Öko-Siegel als auch die Richtlinien der demeter-Zertifizierung im Detail.

Fazit

Im Rahmen meiner Beiträge konnte ich euch nur einige Beispiele für die Unterschiede zwischen den Bio-Siegeln geben. Wenn Ihr noch mehr über die einzlenen Siegel lesen möchtet findet Ihr die jeweiligen Links in den entsprechenden Beiträgen. Insgesamt ist  jedoch deutlich geworden, dass es sehr wohl einige Unterschiede zwischen den Siegeln gibt. Während das EU-Öko-Siegel einige wichtige Grundsteine legt, sind Natur- und Bioland- sowie insbesondere demeter-zertifizierte Produkte mit vielen strengeren Richtlinien verbunden.

Ich für meinen Teil versuche immer wieder konventionelle Produkte durch ihre Bio-Alternative zu ersetzen. Nicht immer muss ich hierfür viel tiefer ins Portemonnaie greifen. Gerade bei einigen Gemüse- und Obstarten sowie bei Milchprodukten und Eiern sind die Unterschiede in meinen Augen sehr gering. Deutlich spürbar werden diese meist erst beim Fleisch. Doch wenn man statt 7x in der Woche nur 1-2x die Woche Fleisch konsumiert – was aus gesundheitlicher Sicht völlig ausreichend und aus moralischer Sicht empfehlenswert ist – ist auch dieses Problem zu relativieren. Vielleicht ersetzt also auch Ihr in Zukunft das eine oder andere Produkt durch seine Bio-Variante?

Liebe Grüße und bleibt gesund,

Euer Claudio

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