Von Detox zum Säure-Basen-Haushalt – Teil II

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Hallo liebe Freunde!

Willkommen zum zweiten Teil meines Beitrages, in dem ich Euch vor allem über die möglichen Auswirkungen einer Übersäuerung aufklären möchte. Aber fangen wir etwas weiter vorn an…

Von welchem Krankheitsbild spricht man bei einer „Übersäuerung“?

Eine Übersäuerung wird in der Medizin als Azidose bezeichnet – nicht zu verwechseln mit der Hyperazidität (Magenübersäuerung), die sich unter anderem in Sodbrennen oder Bauchschmerzen äußern kann. Bei der Azidose unterscheidet man zwischen der respiratorischen Azidose, die durch die Atmung bedingt ist und der metabolischen Azidose, die durch den Stoffwechsel bedingt ist. Das passt auch zu dem, was ich euch bereits im ersten Teil meines Beitrags über die Arten von Puffersystemen berichtet habe. Wie andere Krankheitsbilder, kann auch die Azidose akut oder chronisch auftreten, wobei die Azidose in ihrer akuten Form eine lebensbedrohliche Verschiebung des pH-Wertes beschreibt, die sofort notfallmedizinisch behandelt werden muss. Da ich in diesem Beitrag aber auf mögliche Folgen einer „sauren“ Ernährung eingehen möchte, betrachte ich hier lediglich die metabolische, chronisch latente Azidose (CLA).

Welche Auswirkungen kann eine chronisch latente Azidose haben?

Das ist wohl die Frage der Fragen. Und wie so oft ist sie kontrovers und nicht pauschal zu beantworten. Ich möchte Euch aber verschiedene Quellen aufzeigen, die Euch dabei helfen können Euch eine eigene Meinung zu bilden.

So heißt es auf der Website vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) zum Beispiel:

„[…] Weil die Puffer auch von der Mineralstoffzufuhr gespeist werden, sind höhere Mineralstoffverluste oft eine erste Folge der latenten Azidose. Knorpel- und Bindegewebe sind zwar auch in der Lage, Säuren abzupuffern. Dadurch verändern sich aber ihre Eigenschaften, der Stofftransport kann beeinträchtigt sein, ebenso wie die Aufgabe, eine festigende Struktur zwischen den Körperzellen zu bilden. […]“

„[…] Besonders in Bezug auf die Osteoporose gibt es deutliche Hinweise auf einen Einfluss des Säure-Basen-Haushaltes. Es besteht Einigkeit darüber, dass eine fortdauernde Säurelast die Freisetzung von Mineralstoffen aus den Knochen begünstigt. Die Aktivität der Knochen abbauenden Zellen (Osteoklasten) und der Knochen aufbauenden Zellen (Osteoblasten) ist pH-abhängig. So führt bereits eine geringfügige Azidose zu einem deutlich erhöhten Knochenabbau. […]“
Die DGE äußert sich in ihrer Stellungnahme „Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten“ zum Thema Säure-Basen-Haushalt und Knochengesundheit hingegen so:

„[…] Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass zahlreiche Studien eine positive Assoziation zwischen der Höhe des Gemüse- und/oder Obstverzehrs und Markern der Knochengesundheit fanden oder diese aus ihren Ergebnissen abgeleitet haben. […]“

„[…] Wird der Blick auf Studien zur direkten Evidenz und auf solche mit höheren Evidenzklassen beschränkt, also auf prospektive Studien, die sich mit den Endpunkten Osteoporose bzw. osteoporotische Fraktur beschäftigt haben, kann derzeit nur auf wenige Studien zurückgegriffen werden. Diese wenigen Studien zeigten darüber hinaus keine Konsistenz der Studienergebnisse. Daher wird die Evidenz für eine Prävention der Osteoporose durch einen höheren Verzehr von Gemüse und Obst als möglich eingestuft. […]“

„[…] Als ein möglicher Wirkmechanismus eines hohen Gemüse- und Obstverzehrs wird der Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt, der in vielfältiger Weise mit dem Skelettsystem interagiert, gesehen. […]“
In der Zusammenfassung eines Artikels, der Ernährungsumschau, die sich wissenschaftlich fundierter Quellen bedient heißt es:

„[…] Die Ernährung sowie bestimmte Nahrungsfaktoren haben einen deutlichen Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt des Organismus. Eine nahrungsbedingte hohe Säurelast, z.B. durch einen persistierend hohen Konsum von Proteinen tierischen Ursprungs zu Lasten von Alkaliverbindungen, die in Pflanzen reichlich vorkommen, führt bei nahezu erschöpfter renaler Säureausscheidungskapazität zu einer meist leichten Senkung des Serumbicarbonatspiegels und einer Abnahme des Harn-pH-Wertes. Diese tendenziell azidotische Stoffwechsellage ist verantwortlich für nachteilige Effekte auf Knochensubstanz sowie Calciumoxalat- und Harnsäure-Urolithiasis. Zur Gewährleistung einer adäquaten alimentären Basenzufuhr sollte eine ausreichende Aufnahme von Obst, Gemüse sowie geeigneten Getränken empfohlen werden. […]“
An vielen Stellen liest man auch solche Hinweise, wie sie beispielsweise Dipl. oec. troph. Maren Krüger im Magazin „Pharmazeutische Wissenschaft“ aufführt:

„[…] Eine latente chronische Übersäuerung des Organismus bleibt häufig lange unerkannt, weil es keine spezifischen Symptome dafür gibt.

Typische Anzeichen sind:

  • Allgemeine Beeinträchtigung des Wohlbefindens
  • Konzentrationsschwäche, häufige Kopfschmerzen, Migräne
  • Erhöhte Reizbarkeit und Aggressionen
  • Muskelverspannungen und -krämpfe
  • Verdauungsprobleme
  • Brüchige Nägel, stumpfe Haut und Haare
  • Übergewicht […]“

Dies sind nur Einblicke in einige wenige Arbeiten zum Thema Säure-Basen-Haushalt. Sie zeigen aber bereits, dass eine falsche Ernährung langfristig Spuren in unserem Körper hinterlassen kann. Wobei die Betonung jedoch auf „kann“ liegt. Gerade die Auswirkungen, die ich beispielhaft im letzten Teil zitiert habe, sind zwar vielfach zu lesen, können aber natürlich durch eine Vielzahl von anderen Faktoren bedingt sein.

Eines ist jedoch indiskutabel

Obst und Gemüse sollten wir als unverzichtbaren Bestandteil unseres täglichen Speiseplans sehen! Nicht nur wegen der Vitamine und der wichtigen sekundären Pflanzenstoffe, die für die Verwertung der Vitamine eine essenzielle Rolle spielen. Sondern auch wegen ihrer positiven Wirkung auf das Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Organismus. Und das führt uns, wie angekündigt, letzten Endes auch zum Detox-Trend. Denn dieser Ansatz beinhaltet den Verzehr einer Vielzahl von Lebensmitteln, die basisch im Körper wirken. Vor allem viel Obst und Gemüse sowie Wasser und Tee. An sich also gar keine schlechte Idee! Aber bitte nicht als temporäre Kur, sondern – vielleicht in abgeschwächter und nicht ganz so trennscharfer Form – als langfristig gelebte Philosophie :)

Fazit

Ich für meinen Teil glaube, dass es mit Sicherheit nicht schaden kann, seinem Körper durch eine obst- und gemüsereiche Ernährung sowie viel Flüssigkeit (in Form von Wasser) ein wenig zu entlasten. Nicht zuletzt wegen der vielen anderen positiven Effekte die diese Lebensmittel mit sich bringen. Denkt also an die 5-am-Tag-Regel ;)

 

Liebe Grüße und bleibt gesund,

Euer Claudio

 

 

 

Ein Kommentar zu „Von Detox zum Säure-Basen-Haushalt – Teil II

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  1. Ich finde das ganze Thema zu Zeit gerade sehr spannend, weil ich in dieser Fastenzeit einmal das Basenfasten ausprobieren möchte. (Und ich hoffe doch sehr, dass ich das auch wirklich durchhalte). Gut geschriebener Artikel.

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