Die Fructose-Problematik

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Fructose kommt, neben Glucose und Saccharose, natürlicherweise in Obst und Gemüse vor. Das erklärt auch, warum die meisten diese Zuckerart unter dem Namen Fruchtzucker kennen. Der eine oder andere wird auch schon spekuliert haben, wieso er Frucht- und nicht Gemüsezucker heißt. Richtig! Weil Früchte in der Regel mehr Fructose (und andere Zuckerarten) als Gemüse enthalten. Und das ist natürlich auch der Grund – so mögen die meisten von euch schon detektivisch kombiniert haben – wieso Obst meist süßer als Gemüse ist. Soweit also nichts Neues.

Wie also kann zu viel Obst oder Gemüse zum Problem werden?

Nun … in meinen Beiträgen „Fruchtzucker – gesünder als Haushaltszucker?“ sowie „Zucker in Obst und Gemüse“ habe ich bereits erklärt, dass Fructose in Form von Obst und Gemüse nicht das Problem ist. Denn bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährungsweise (inkl. 5-am-Tag) müsst Ihr euch eigentlich keine Sorgen darüber machen, dass Ihr zu viel Fructose zu euch nehmt – außer Ihr ernährt euch überwiegend von Smoothies, macht eine dieser absurd-kostspieligen Saftkuren oder leidet unter einer Fructoseintoleranz.

Und was ist dann das Problem?

Zu Problemen kann es vor allem dann kommen, wenn Ihr euch ungesund und einseitg ernährt. Denn viele Fertiggerichte, Süßigkeiten, Softdrinks etc. enthalten Fructose; oft auch in Form eines entsprechenden Sirups, der industriell (meistens aus Maisstärke) gewonnen wird.

Der Sirup wird auf der Zutatenliste ausgewiesen als

  • Glucose-Fructose-Sirup (Fructosegehalt 5 bis 50 Prozent)
  • Fructose-Glucose-Sirup (Fructosegehalt ab 50 Prozent)
  • Fructosesirup (Fructosegehalt über 95 Prozent)

Auch sogenannte „Wellness-Getränke“ und stilles Wasser mit Fruchtgeschmack werden überwiegend mit Fructose oder Fructosesirup gesüßt. Bis zu 50g können derartige Getränke pro Flasche (1,5 Liter) enthalten. Und natürlich enthält auch Cola mit ca. 160g Zucker (Saccharose) pro Flasche (1,5 Liter) etwa 80g Fructose.

Das Problem an einem zu hohen Fructosekonsum liegt dann letztlich in der Art und Weise, wie dieser Zucker im Vergleich zu Glucose im Darm resorbiert wird. Einfach gesagt findet der Transport in die Dünndarmzelle nicht aktiv (durch einen energieverbrauchenden Prozess), sondern passiv (durch erleichterte Diffusion) statt. Die Resorption ist deshalb langsamer. Hierdurch kann die Fructose bei zu großen Mengen nicht vollständig aufgenommen werden. Sie gelangt in den Dickdarm, wo sie dann von Darmbakterien verdaut wird. Als Nebenprodukt entstehen Gase, die zu Blähungen und Krämpfen führen können. Auch wässriger Stuhl kann eine Folge sein, da Fructose auf seinem Weg durch den Darm dem umliegenden Gewebe Wasser entzieht.

Hinzukommt, dass Fructose (anders als Glucose) nach der Resorption im Darm weitgehend insulinunabhängig in die Zellen geschleust wird, in denen der Zucker zur Energiebereitstellung gebraucht wird. Das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin allerdings trägt dazu bei, dass sich ein Sättigungsgefühl einstellt. Beim Verzehr von Fructose fehlt also die Signalübertragung über Insulin. Und so ist der übermäßige und regelmäßige Konsum von Fertiggerichten und anderen mit Fructose gesüßten Nahrungsmitteln gleich doppelt „gefährlich“. Und obwohl Fructose in der Vergangenheit Diabetikern empfohlen wurde, haben diese und weitere negative Effekte dieser Zuckerart dazu geführt, dass Fructose (berechtigterweise) in Verruf geraten ist.

Fazit

Die Nutzung von Fructose in der Lebensmittelindustrie nimmt zu, nicht zuletzt wegen seiner stärkeren Süßkraft. Schaut also einmal mehr auf die Zutaten und die Nährwerttabelle, um einen zu hohen Konsum zu vermeiden. Der Blick auf die Tabelle lohnt sich sowieso, um auf Produkte mit zu viel Zucker – ganz gleich welcher Art – zu verzichten. Obst und vor allem Gemüse solltet Ihr natürlich weiterhin essen! Gerade Gemüse konsumieren wir leider zu wenig, denn wer geht schon mit einer Karotte als Snack durch die Fußgängerzone ;)

 

Liebe Grüße und bleibt gesund,

Euer Claudio

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