Fruchtzucker – gesünder als Haushaltszucker?

Zucker-Erdbeeren

„Das ist mit Agavensirup gesüßt, der ist gesünder als der normale Haushaltszucker!“

So oder so ähnlich mag der eine oder andere vielleicht noch über Fructose (Fruchtzucker) denken. Doch hier muss man einmal genauer hinschauen.

Welcher Zucker ist in Früchten enthalten?

Fructose, die wie Glucose (Traubenzucker) zu den Einfachzuckern zählt, ist in vielen Früchten und Gemüsearten enthalten. Dies ist auch der Grund, wieso viele Menschen Fructose mit Natürlichkeit und Gesundheit verbinden. Denn wie könnte ein Apfel oder eine Banane schon schlecht für uns sein? Darüber hinaus befinden sich in Obst und Gemüse aber auch Glucose und Saccharose, ein Zweifachzucker, welcher sich aus Fructose und Glucose zusammen setzt.

Praxistipp:
Honig und Agavensirup enthalten übrigens Fructose und Glucose, wobei der Fructose-Anteil insbesondere beim Agavensirup stark überwiegt. In beiden Fällen sind die Zuckeranteile insgesamt aber sehr hoch, weshalb beide eher als Süßungsmittel verwendet werden sollten.

Aus was besteht Haushaltszucker?

Die Tatsache, das Obst und Gemüse Zucker enthalten macht man sich zu Nutze. Weil die Konzentration von Saccharose in Zuckerrüben vergleichsweise hoch ist, wird dieses Gemüse in Deutschland für die Zuckerherstellung verwendet. In den meisten Teilen der Welt kommt jedoch das Zuckerrohr für die industrielle Herstellung zum Einsatz. Handelsüblicher Haushaltszucker ist demnach die industriell gewonnene Saccharose aus Zuckerrübe bzw. Zuckerrohr. Er beinhaltet also jeweils zur Hälfte Glucose und Fructose, wobei die beiden Zuckerarten hier noch zum Zweifachzucker Saccharose verbunden sind. Das ändert sich dann, wenn man den Haushaltszucker verdaut, denn dann wird die Saccharose im Körper wieder in Glucose und Fructose aufgespalten.

Praxistipp:
Konventioneller Rohrzucker sieht am Ende des Produktionsverfahrens nicht nur genauso aus wie unser Haushaltszucker, sondern besteht ebenso und ausschließlich aus Saccharose. Ein wenig anders verhält es sich mit Vollrohrzucker bzw. Roh-Rohrzucker, der oft aus biologischem Anbau stammt. Dieser enthält noch die komplette bzw. Teile der Melasse, die bei konventionellem Rohr- und Zuckerrübenzucker über mehrere Raffinierungsprozesse komplett entfernt wird. Das heißt, dass sich in diesen Zuckerarten noch einige Mineralstoffe und Vitamine befinden.

Was ist gesünder? Fruchtzucker oder Haushaltszucker?

Der Vergleich von Fruchtzucker und Haushaltszucker scheint insofern ein wenig überflüssig, als dass der Einfachzucker Fructose ein Teil des Zweifachzuckers Saccharose ist; Fruchtzucker also de facto ein Teil des Haushaltszuckers ist. Letztlich liegt der Unterschied nur darin, dass wir Fruchtzucker in einem Fall isoliert und im anderen Fall eben als Teil der Saccharose zu uns nehmen. Spannender wird es aber, wenn man sich anschaut, in welcher Form wir diese Zuckerarten zu uns nehmen. Denn während Haushaltszucker produziert wird, um ihn anderen (ungesunden) Lebensmitteln zuzusetzen, verzehren wir Fructose auch in Form von Obst und Gemüse. Wieso „auch?“ Nun ja, mittlerweile werden viele Lebensmittel ebenfalls mit Fructose gesüßt. Denn diese bietet für die Lebensmittelproduzenten einen entscheidenden Vorteil: Sie ist wesentlich süßer als Saccharose (Haushaltszucker) und reine Glucose und deshalb durch die entsprechend reduzierte Einsatzmenge kostengünstiger. Für uns als Konsumenten bieten die Produkte ebenfalls zwei Vorteile.

  • Sie weisen einen geringen glykämischen Index auf, weil Sie im Vergleich zu Saccharose und reiner Glucose einen wesentlich schwächeren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben.
  • Durch die stärkere Süßkraft muss insgesamt weniger Zucker verwendet werden, was sich positiv auf die einhergehende Kalorienzahl auswirkt.

Am Ende des Tages ist aber auch Fruchtzucker ein Zucker und für diesen gilt, genauso wie für alle anderen kurzkettigen Zuckerarten: je weniger, desto besser.

Lesetipps:
Wieso es gesünder ist, Zucker in Form von Obst und Gemüse zu sich zu nehmen, könnt Ihr in meinem Beitrag „Zucker in Obst und Gemüse“ nachlesen.

Warum  ein zu hoher Konsum von Fructose – zum Beispiel in Form von Süßigkeiten und Fertiggerichten – kurzfristig zum Problem werden kann, könnt Ihr in meinem Beitrag „Die Fructose-Problematik“ nachlesen.

 

Liebe Grüße und bleibt gesund,

Euer Claudio

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